Tagung

Klima braucht Wandel: Potenziale der Genderforschung nutzen

Bundesweite Fachtagung

 

Wann:              Dienstag, 1. März 2016

Uhrzeit:            9:30 – 17:00

Ort:                  Hotel Aquino/Katholische Akademie, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin

Das Projekt GenderNETCLIM leistet einen Beitrag für die Entwicklung von Strategien zum Klimaschutz sowie zur Anpassung an den Klimawandel, die das Ziel Chancengerechtigkeit mit integrieren. Auf unserer bundesweite Fachtagung „Klima braucht Wandel: Potenziale der Genderforschung nutzen“ wollen wir gemeinsam mit Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis aus den Bereichen Klimaschutz und Gleichstellung über unsere Projektergebnisse ins ins Gespräch kommen.

Gemeinsam mit Expert_innen aus Wissenschaft und Praxis haben wir erörtert,

  • wie Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel (geschlechter-) gerecht gestaltet werden können,
  • wie Erkenntnisse aus der Gender-Forschung für klimapolitische Strategien genutzt werden können,
  • wo konkrete Ansatzpunkte hierfür liegen
  • und welcher Handlungsbedarf für die Integration von Gender in Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel besteht.

Dazu hatten wir deutsche und internationale Expert_innen eingeladen – wie Min.Dirig. Berthold Goeke, Bundesumweltministerium, Dr. Fritz Reuswig vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Dr. Anna Kaijser von der Lund University – Centre for Sustainability Studies in Schweden, Prof. Dr. Martina Schraudner, Fraunhofer Gesellschaft / TU Berlin  und viele mehr.

Wir danken allen Referent_innen und Teilnehmer_innen für Ihre Beiträge zu einer eindrucksvollen Tagung! Die Präsentationen und Graphical Recordings sind im Programm verlinkt.

Eine Auswahl an Fotos von der Tagung finden sich hier.

Am Vorabend der Tagung hatten wir zu einem Vernetzungstreffen eingeladen, für das Student_innen der Universität der Künste (UdK) Berlin und der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig eine Performance zum Thema Gender und Klima erarbeitet haben. Ein Video davon können Sie sich hier anschauen.

 

Programm der Fachtagung

Klima braucht Wandel: Potenziale der Genderforschung nutzen

 

8:30-9:30 Registrierung

 

9:30-9:45 Eröffnung

Begrüßung: Dr. Anush Köppert, Projektträger DLR & Prof. Dr. Ines Weller, Universität Bremen

 

9:45-10:15 Gender & Klima: Schnittstellen und Fakten

Gotelind Alber, Sustainable Energy and Climate Policy
Präsentation und Graphical Recording

 

10:15-10:45 Gender in der internationalen Klimapolitik: Strategien zur Integration

Liane Schalatek, Stellvertretende Leiterin des Washington-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung
Präsentationund Graphical Recording

 

10:45-11:45 Podiumsdiskussion: Kernbotschaften aus GenderNETCLIM in der Diskussion

Prof. Dr. Ines Weller, Universität Bremen

Dr. Sybille Bauriedl, Universität Bonn

Dr. Fritz Reusswig, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

MinDirig. Berthold Goeke, Unterabteilungsleiter Klimaschutzpolitik im Bundesumweltministerium
Graphical Recording Kernbotschaften und Graphical Recording Podiumsdiskussion

11:45-12.15 Kaffeepause

 

12:15-13:15 Gender und Klima: Vertiefende Diskussion in Arbeitsgruppen

  • Masculinities of Global Climate Change. Exploring examples of Industrial-, Ecomodern and Ecological masculinties (Dr. Martin Hultman, Universität Linköping, Schweden)
    Präsentation und Graphical Recording

  • Die gesteuerte Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Forschungspraxis des Umweltbundesamtes (Arn Sauer, Umweltbundesamt) 
    Präsentation und Graphical Recording

  • Zur Bedeutung der Geschlechterverhältnisse für klimafreundlichere Produkte und Technologien (Prof. Dr. Ines Weller, Universität Bremen)
    Präsentation und Graphical Recording

  • Klimafreundliche Alltagspraktiken und Gender (Dr. Immanuel Stieß, Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt)
    Präsentation und Graphical Recording

  • Gender, Landwirtschaft und Klima (Dr. Theresia Oedl-Wieser, Bundesanstalt für Bergbauernfragen, Österreich)
    Präsentation und Graphical Recording

 

13:15-14:15 Mittagspause

 

14:15-14:45 Highlights aus den Arbeitsgruppen

Vorstellung anhand der visualisierten Protokolle

 

14:45-15:30 Mehr Frauen in der Forschung = gendersensible Klimapolitik?

Moderiertes Gespräch zwischen Dr. Anna Kaijser (Universität Linköping, Schweden) und Prof. Dr. Martina Schraudner (Fraunhofer-Gesellschaft und Technische Universität Berlin)
Graphical Recording

15:30-16:00 Kaffeepause

 

16:00-16:45 Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit umsetzen. Nutzen für Politik, Forschung und Praxis

Moderiertes Gespräch mit dem Publikum
Graphical Recording

 

16:45-17:00 Round up und nächste Schritte

Ulrike Röhr, GenderCC – Women for Climate Justice e.V.

 

17:00 Vernetzung und Ausklang der Tagung

 

Moderation: Dr. Claudia Neusüß, compassorange

 

Das Programm als PDF zum Download und zum Ausdruck

Gotelind Alber arbeitet als unabhängige Wissenschaftlerin und Beraterin im Bereich nachhaltige Energie- und Klimapolitik. Sie ist Diplom-Physikerin und seit knapp 10 Jahren selbständig, nach langjähriger Geschäftsführungstätigkeit beim Klima-Bündnis der europäischen Städte. Ihre Schwerpunkte sind Multi-level Governance in der Klimapolitik sowie Geschlechter- und Klimagerechtigkeit. Sie ist Mitgründerin und Vorstandsmitglied von GenderCC und war im UNFCCC Prozess von 2009 bis 2014 Focal Point der Women & Gender Constituency. Ihr neuestes Projekt mit GenderCC, in Kooperation mit Frauenorganisationen in Indien, Indonesien und Südafrika, zielt auf geschlechtergerechte kommunale Klimapolitik ab.

Dr. Sybille Bauriedl ist promovierte Geographin und hat in zahlreichen interdisziplinären Forschungsprojekten zu nachhaltiger Regionalentwicklung und Klimaanpassung an verschiedenen Hochschulen gearbeitet. Aktuell ist sie an der Universität Bonn im Bereich geographische Entwicklungsforschung tätig. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Landnutzungskonflikte und Geschlechterverhältnisse im Kontext internationaler Klima- und Energiewendepolitik mit Fallstudien in Europa und Ostafrika. Aktuelle Beiträge finden sich in ihrem Blog Klimadebatte.

Minsterialdirigent Berthold Goeke ist Jurist und seit Ende der 1980er Jahre in verschiedenen Funktionen in der Ministerialverwaltung tätig. Im Bundesumweltministerium arbeitete er u.a. in der Abteilung Abfallwirtschaft, als stellvertretender Pressesprecher von Bundesminister Prof. Töpfer und als Unterabteilungsleiter für Erneuerbare Energien. Auslandserfahrung sammelte er als Referent für Umwelt und Energie in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der OECD/IEA in Paris. Im Bundeskanzleramt war er viele Jahre Leiter des Umweltreferates. Heute ist er im BMUB als Unterabteilungsleiter zuständig für den nationalen und europäischen Klimaschutz.

Dr. Martin Hultman ist Dozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Linköping, Schweden. Sein Forschungsschwerpunkt umfasst Energie- und Umweltpolitik, Umweltgeschichte, Wissenschafts- und Technikforschung sowie Kulturanalyse. Durch seine drei Forschungssemester in Australien und Neuseeland, die Organisation von Tagungen wie Transitional green entrepreneurs: Re-thinking ecopreneurship for the 21st century und sein Mitwirken in den Forschungsnetzwerken Environmental PostHumanities und Swedish Mineral Technology Network ist er fest eingebunden in internationale Netzwerk zur Erforschung von Fragen der Ressourcenpolitik. Dr. Hultman hat die Begriffe Ecomodern masculinity und Ecomodern utopia geprägt, die den gegenwärtigen politischen Diskurs und Identitätsbildung konzeptualisieren.

Dr. Anna Kaijser ist als Postdoc an der Linköping Universität, Schweden im Bereich Environmental Humanities Collaboratory tätig. Ihr wissenschaftlicher Hintergrund liegt in den Bereichen der Sozialanthropologie und der Gender Studies, sie arbeitet jedoch bereits seit mehreren Jahren in interdisziplinären Kontexten. Ihre Promotion hat sie 2014 an der Universität Lund, Schweden in Sustainability Science abgelegt. In Ihrer Doktorarbeit hat sie die Umweltpolitik Boliviens aus einer intersektionalen Perspektive untersucht und wendet seither feministische Theorien und Methoden für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Klimawandel und anderen Umweltveränderungen an und entwickelt sie weiter.

Dr. Theresia Oedl-Wieser, Agrarökonomin und Soziologin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bundesanstalt für Bergbauernfragen in Wien (AT). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Fragen der Ländlichen Entwicklung und Regionalpolitik, rurale Frauen- und Geschlechterforschung, Beteiligungsprozesse, regionale Governance und die Evaluierung ländlicher Entwicklungsprogramme. Sie ist Mitglied der Gender Mainstraming/ Budgeting AG im BMLFUW, Geschäftsführerin der Österr. Gesellschaft für Agrarökonomie und Mitglied im Forschungsbeirat der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien.

Dr. Fritz Reusswig hat an der Goethe-Universität Frankfurt am Main Soziologie und Philosophie studiert. 1992 promovierte er in Frankfurt mit einer Arbeit über den Begriff der Subjektivität in Hegels System. 2008 folgte die Habilitation an der Universität Potsdam (Consuming Nature. Modern Lifestyles and Their Environment). Nach seiner Tätigkeit am Frankfurter Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) ist er seit 1995 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und stellvertretender Leiter des Forschungsfelds IV (Transdisziplinäre Konzepte und Methoden). Seine Arbeitsschwerpunkte sind: ökologische Konsum- und Lebensstilforschung, Klimaschutz und Klimaanpassung in Kommunen und Regionen.

Ulrike Röhr ist von Hause aus Bauingenieurin und Dipl. Soziologin und befasst sich schwerpunktmäßig mit den Genderaspekten der Energie- und Klimaschutzpolitik und der Maßnahmen zur Umsetzung dieser Politik. Sie hat genanet – die Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit aufgebaut und den internationalen Verein GenderCC – Women for Climate Justice mit gegründet. Aktuell arbeitet sie im Projekt GenderNETCLIM mit und ist auf der internationalen Ebene bei den UN-Klimaverhandlungen (UNFCCC) mit der Integration der Genderperspektive befasst. Die Umsetzung der dort und bei den Nachhaltigkeitszielen (SDGs) gefassten Beschlüsse zu Gendergerechtigkeit auf nationaler Ebene ist ihr ein großes Anliegen.

Arn Sauer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für Gender Mainstreaming am Umweltbundesamt. Er hat seinen M.A. Abschluss in Geschichtswissenschaften und Politologie an der Humboldt-Universität zu Berlin abgelegt und das Zertifikat „Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung“ an der Technischen Universität Berlin erworben. Er war Research Associate am Simone de Beauvoir Institut der Concordia Universität in Montreal und Lehrbeauftragter im Studiengang Gender & Diversity Kompetenz der Freien Universität Berlin. Zu seinen Forschungsinteressen und Arbeitsschwerpunkten gehören neben Gender Mainstreaming und Gleichstellungsfragen, Equality Governance, Diversity, Menschenrechte und Impact Assessment mit besonderem Fokus auf anwendungsorientierter, wissenschaftsbasierter (Politik-)Beratung und Wirkungsforschung.

Liane Schalatek ist stellvertretende Leiterin des Washington-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung Nordamerika. Sie hat langjährige Erfahrung in Global Governance, insbesondere im Bereich internationaler Handel und Finanzen sowie Geschlechtergerechtigkeit und Women’s Empowerment. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen die internationale Klimapolitik und Klimafinanzierung. Dabei konzentriert sich Frau Schalatek besonders auf die öffentlichen Finanzströme der Klimafinanzierung und dessen gleichberechtigter Zugang sowie die Gender-Dimensionen im Klimawandel (Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel). Vor Ihrer Tätigkeit bei der Heinrich Boll Stiftung war Liane Schalatek Programmreferentin für transatlantische Wirtschaftsbeziehungen bei der Konrad Adenauer Stiftung in Washington. Sie hat einen M.A. in Politikwissenschaft und Volkswirtschaft von der Universität Erlangen-Nürnberg und einen M.A. in International Affairs von der George Washington Universität, Washington D.C.

Prof. Dr. Martina Schraudner leitet das Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation. An der Technischen Universität Berlin leitet Prof. Dr. Martina Schraudner das Fachgebiet »Gender- und Diversity-Aspekte in Organisationen« in der Fakultät für Verkehrs- und Maschinenssysteme im Rahmen einer Gastprofessur. Sie befasst sich mit Methoden, Instrumenten und Prozessen, die Diversity für Organisationen und Unternehmen zugänglich und nutzbar machen. Martina Schraudner ist in nationalen und internationalen Auswahlgremien für anwendungsnahe Forschungs- und Innovationsprojekte tätig, u.a. für die Expertengruppe »Structural Change« der EU. Sie ist Mitglied im Hochschulrat der Universität Paderborn, im Kuratorium der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF) sowie im Vorstand des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V..

Dr. Immanuel Stieß ist langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter des ISOE und leitet den Forschungsschwerpunkt Energie und Klimaschutz im Alltag. Er hat im Fachbereich Architektur, Stadt-, Landschaftsplanung der Universität Kassel promoviert mit einer Untersuchung zum Thema modernisierungsbegleitende Mieterkommunikation. Er forscht zu Potenzialen und Hemmnissen für nachhaltige und CO2-arme Lebensstile und Alltagspraktiken, v.a. in den Handlungsfeldern Bauen und Wohnen, Energienutzung im Haushalt und Ernährung. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verknüpfung von umwelt- und sozialpolitischen Zielsetzungen, z.B. in der Konzeption, Analyse und Evaluation von Handlungsansätzen für einen nachhaltigen Konsum für Haushalte mit geringem Einkommen.

Prof. Dr. Ines Weller hat nach einem Abschluss als Diplom-Chemikerin in Didaktik der Chemie promoviert und im Bereich der Umweltplanung habilitiert. Sie ist Professorin am artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universität Bremen und dort Koordinatorin des Forschungsfelds Soziotechnische Systeme und Nachhaltigkeit sowie stellvertretende Sprecherin des Forschungszentrums Nachhaltigkeit. Ihre Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Gender, Technik und Gender sowie Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster.